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Blog · KI im Unternehmen

ChatGPT oder Claude? Welche KI zu Ihrem Unternehmen passt

ChatGPT und Claude sind die bekanntesten KI-Assistenten auf dem Markt. Beide schreiben, recherchieren, fassen zusammen und helfen beim Programmieren – aber sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Wir zeigen Ihnen, worin sich die beiden unterscheiden, wo ihre Stärken liegen und worauf Sie beim Einsatz im Mittelstand achten sollten.
Von Pascal Weltz · Stand: September 2026 · Lesezeit ca. 8 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • ChatGPT ist der Allrounder: Bilder, Sprache, Websuche und viele Zusatzfunktionen in einer App.
  • Claude überzeugt bei langen Texten, sorgfältigem Schreiben, Dokumentenanalyse und Programmierung.
  • Für den Firmeneinsatz zählen Business-Tarif, Auftragsverarbeitungsvertrag und klare Regeln – nicht nur das Modell.
  • Oft ist die beste Antwort: beide gezielt einsetzen statt sich festzulegen.
Grundlagen

Was sind ChatGPT und Claude?

Beide sind sogenannte KI-Assistenten auf Basis großer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs). Sie verstehen Anweisungen in natürlicher Sprache und erzeugen daraus Texte, Zusammenfassungen, Tabellen, Code oder Analysen. Genutzt werden sie im Browser, per Desktop- und Smartphone-App oder über Schnittstellen (APIs) in eigenen Anwendungen.

ChatGPT von OpenAI

ChatGPT stammt von OpenAI aus San Francisco und hat Ende 2022 den KI-Boom ausgelöst. Heute ist es der bekannteste und meistgenutzte KI-Assistent. ChatGPT bündelt sehr viele Funktionen in einer Oberfläche: Textarbeit, Websuche, Bildgenerierung, Sprachmodus, eigene Assistenten (GPTs) und agentische Funktionen, die Aufgaben im Browser selbstständig erledigen.

Claude von Anthropic

Claude wird von Anthropic entwickelt, einem 2021 gegründeten KI-Unternehmen, ebenfalls mit Sitz in San Francisco. Anthropic legt einen besonderen Schwerpunkt auf Sicherheit und Zuverlässigkeit. Claude ist vor allem bei Unternehmen, Entwicklern und Wissensarbeitern beliebt – für anspruchsvolle Texte, die Arbeit mit langen Dokumenten und für Programmierung. Mit Projekten, Artefakten und Konnektoren zu Tools wie Microsoft 365, Google Workspace oder Slack ist Claude stark auf den Arbeitsalltag ausgerichtet.
Vergleich

ChatGPT vs. Claude: Die Stärken im direkten Vergleich

Bei alltäglichen Aufgaben liefern beide Assistenten gute Ergebnisse. Die Unterschiede zeigen sich im Detail – und genau die entscheiden im Unternehmen.

Wo ChatGPT punktet

  • Vielseitigkeit: Text, Bild, Sprache, Datei-Analyse und Websuche in einer App.
  • Bildgenerierung: Grafiken, Illustrationen und Social-Media-Motive direkt im Chat.
  • Sprachmodus: natürliche Gespräche per Stimme, praktisch unterwegs.
  • Eigene GPTs: maßgeschneiderte Assistenten für wiederkehrende Aufgaben, im Team teilbar.
  • Verbreitung: Viele Mitarbeitende kennen ChatGPT bereits privat – das senkt die Einstiegshürde.

Wo Claude punktet

  • Schreibqualität: natürlicher, gut strukturierter Stil – auch im Deutschen, mit wenig Nacharbeit.
  • Lange Dokumente: Verträge, Handbücher oder Ausschreibungen am Stück analysieren und vergleichen.
  • Programmierung: Claude gilt als eines der stärksten Modelle für Softwareentwicklung und Automatisierung.
  • Arbeiten im Kontext: Projekte mit eigenen Dokumenten, Artefakte und Konnektoren zu Ihren Tools.
  • Sorgfalt: weist eher auf Unsicherheiten hin, statt Lücken mit erfundenen Fakten zu füllen.
Praxis

Welche KI für welche Aufgabe?

Aus unseren Projekten mit kleinen und mittelständischen Unternehmen – von der Luftfahrt bis zum Handwerk.

Marketing und Content

Für Blogartikel, Newsletter, Website-Texte und LinkedIn-Beiträge liefert Claude meist Texte, die näher an einer menschlichen Autorin liegen und weniger „nach KI klingen“. Brauchen Sie zusätzlich Bilder oder Grafiken, ist ChatGPT mit seiner integrierten Bildgenerierung im Vorteil.

Recherche und Wissensarbeit

Beide bieten Websuche und ausführliche Recherche-Modi, die mehrere Quellen auswerten und einen Bericht mit Belegen erstellen. Wichtig in beiden Fällen: Quellen prüfen, bevor Ergebnisse in Angebote oder Entscheidungen einfließen.

Dokumente, Verträge und Richtlinien

Wenn es darum geht, umfangreiche PDFs, Richtlinien oder Ausschreibungen zu analysieren, zu vergleichen oder zusammenzufassen, spielt Claude seine Stärke im Umgang mit langen Texten aus. Mit Projekten hinterlegen Sie Ihre Unterlagen einmal und arbeiten dann dauerhaft damit.

IT, Programmierung und Automatisierung

Für Skripte, Auswertungen, kleine Tools oder komplette Anwendungen ist Claude derzeit die erste Wahl vieler Entwicklerteams – mit Claude Code auch direkt im Terminal und in der Entwicklungsumgebung. ChatGPT ist hier ebenfalls stark, insbesondere für schnelle Erklärungen und Code-Schnipsel.

Alltag im Büro

E-Mails formulieren, Protokolle zusammenfassen, Tabellen auswerten: Hier sind beide Assistenten gleichermaßen hilfreich. Entscheidend ist weniger das Tool als klare Anleitungen (Prompts) und eine gute Einführung für Ihr Team.

Wer mit Microsoft 365 arbeitet

Nutzt Ihr Unternehmen Microsoft 365, lohnt ein Blick auf Microsoft 365 Copilot: Microsoft setzt dort Modelle von OpenAI ein und bindet inzwischen auch Claude-Modelle ein. Der Vorteil: Copilot arbeitet direkt mit Ihren Mails, Teams-Chats und SharePoint-Dateien – innerhalb Ihrer bestehenden Berechtigungen.
Datenschutz

DSGVO, Tarife und Kosten: Darauf sollten Unternehmen achten

Die Wahl des Modells ist nur die halbe Miete. Mindestens genauso wichtig ist, wie Sie KI im Unternehmen einführen.

Keine privaten Accounts für Firmendaten

Beide Anbieter haben kostenlose und kostenpflichtige Privat-Tarife sowie eigene Angebote für Teams und Unternehmen. Für den geschäftlichen Einsatz sollten Sie auf einen Business- bzw. Team-Tarif setzen: Dort werden Ihre Eingaben standardmäßig nicht zum Training der Modelle verwendet, Sie verwalten Nutzer zentral und erhalten einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO.

Datenstandort und Drittlandtransfer

OpenAI und Anthropic sind US-Unternehmen. OpenAI bietet Geschäftskunden inzwischen die Speicherung von Daten in Europa an. Bei Claude hängen die Möglichkeiten vom Bezugsweg ab – etwa über Cloud-Plattformen wie Amazon Bedrock oder Google Cloud mit europäischen Regionen. Welche Variante für Sie passt, richtet sich nach der Art Ihrer Daten.

Regeln und KI-Kompetenz im Team

Seit Februar 2025 verpflichtet der EU AI Act Unternehmen, die KI einsetzen, für ausreichende KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden zu sorgen. Eine kurze KI-Richtlinie – welche Tools, welche Daten, welche Freigaben – und eine praxisnahe Schulung schaffen hier Klarheit und Rechtssicherheit.

Was kostet das?

Die Einstiegs-Abos beider Anbieter liegen preislich auf ähnlichem Niveau; Team- und Unternehmenstarife werden pro Nutzer und Monat abgerechnet. Unser Tipp: Starten Sie mit einer kleinen Pilotgruppe, messen Sie den Nutzen an konkreten Aufgaben und skalieren Sie erst dann.
Fazit

Unser Fazit: ChatGPT oder Claude?

Es gibt keinen klaren Sieger – aber eine klare Empfehlung: Wählen Sie nach Aufgabe, nicht nach Hype. ChatGPT ist der vielseitige Allrounder mit Bild und Sprache. Claude ist die stärkere Wahl für Texte, Dokumente und Programmierung. Viele unserer Kunden nutzen beide – mit klaren Regeln, einem Business-Tarif und einer kurzen Schulung für das Team.

Häufige Fragen zu ChatGPT und Claude

Ist Claude besser als ChatGPT?

Darf ich ChatGPT oder Claude DSGVO-konform im Unternehmen nutzen?

Kann Claude Bilder erstellen?

Welche KI ist besser für deutsche Texte?

Brauche ich ChatGPT oder Claude, wenn wir Microsoft 365 Copilot haben?

Wie starte ich am besten mit KI im Unternehmen?

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